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Hier ist RIAS Berlin - hier ist RIAS Berlin.,.......

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Hier ist RIAS Berlin - hier ist RIAS Berlin.,.......
11. 09. 2018

Die unendliche Leidensgeschichte der Flüchtline aus den Ostdeutschen Gebieten, die weitestgehend in aufopfernder Tapferkeit der Marine und alles was schwamm bewerkstelligt haben, darf nicht vergessen werden. Der Suchdienst des Roten Kreuzes begann in einer aufopferungsvollen Aufgabe, Familien, die sich auf der Flucht verloren haben, wieder zusammen zu führen. Hierbei gab viel, viel Leid aber auch Glückmomente. Dieses auf und ab, der Suchdienste, hielt viele, viele Jahre an, auchg wenn sich die Aufgaben über die Zeiten veränderten.

Dennoch sei in Dankbarkeit die vielen Helfer dieser Suchdienste an dieser Stelle erinnert, wie des hervorragenden Beitrages zum Thema aus der „Preussischen Allgemeinen“

Auf der Flucht getrennt, verzweifelt gesucht
Die Suchdienste waren die letzte Hoffnung vieler vertriebener Menschen
10.09.18

Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes: Dienststelle in München Bild: Ullstein
Am 13. September vor 70 Jahren meldete sich zum ersten Mal der Suchdienst des RIAS. Er machte Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten Hoffnung, verschollene Angehörige wiederzufinden.

Vor der anrückenden Roten Armee traten Millionen Ostdeutsche die Flucht an. Die deutsche Kriegsmarine organisierte hierfür eine Evakuierung über die Ostsee in die noch von der Wehrmacht gehaltenen westlichen Küstengebiete. Viele Transporte endeten in Flensburg, dem deutschen Regierungssitz nach dem Fall von Berlin. In der Förde ankerten an die 250 Schiffe, Ausflugsdampfer, Fischerkähne, Barkassen und Kriegsschiffe, vollgestopft mit Flüchtlingen aus Pommern und Ostpreußen. Erschöpft und verzweifelt lagerten die Vertriebenen unter katastrophalen hygienischen Bedingungen an Bord oder in Notquartieren an Land.
Schlimmer als die Vertreibung aus der Heimat war für viele der Verlust ihrer Angehörigen. Im panischen Ansturm auf die Schiffe, der Donner der russischen Panzergeschütze kam immer näher, wurden Kinder von den Händen ihrer Mütter gerissen und Familien getrennt. Wer nicht das sichere Schiff erreichte, blieb zurück. Das Leid der Angehörigen dokumentierten die Hauswände, Litfaßsäulen und Laternenmasten in Flensburg. Sie waren gepflastert mit Suchmeldungen.
Mit den Schiffen kamen auch Soldaten von der Ostfront. Unter ihnen waren die Offiziere Helmut Schelsky und Kurt Wagner. Sie erfuhren, dass das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das nach dem Ersten Weltkrieg einen Suchdienst organisiert hatte, nicht mehr existierte. Als in der NS-Zeit gleichgeschaltete Organisation wurde das DRK von den Siegermächten mit Argwohn betrachtet. Schelsky und Wagner beschlossen, in Eigeninitiative einen Suchdienst aufzubauen, den „DRK Flüchtlingshilfswerk Ermittlungsdienst“. Die beiden legten unterstützt von Helfern zahllose Listen mit Namen von Gesuchten und Suchenden an. Die Flüchtlinge standen stundenlang Schlange, um sich registrieren zu lassen. Aber es gab nicht genug Papier. Die „Flensburger Gruppe“, wie sich Schelsky und Wagner nannten, schnitten aus alten Kartons Karteikarten aus. Hilfe kam von einer Firma, die ihnen fünf Tonnen Karteikarten überließ. Damit konnten sie zwei Karteien anlegen, eine für die Suchenden und eine für die Gesuchten. Das System nannte sich „Begegnungsverfahren“. Tauchten dieselben Namen auf und stimmten die Angaben überein, war es ein Treffer.
Das Flensburger Modell wurde von den noch vorhandenen DRK-Kreisverbänden in Westdeutschland übernommen. Die Dienstelle in Hamburg suchte nach verschollenen Zivilisten, eine zweite in München nach ehemaligen Wehrmachtsoldaten. Die Vier-Sektoren-Stadt Berlin blieb außen vor. Die Westmächte und die Sowjets konnten sich nicht auf den Standort eines Suchdienstes einigen. Am 30.?Juli 1947 richteten die Amerikaner in Berlin-Dahlem eine Suchzentrale ein.

Bereits seit 1946 sendete der RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) Informationen für die Berliner. Da keine terrestrischen Anlagen existierten, wurden die Telefonleitungen genutzt. Sendezentrale war das Fernmeldeamt in der Winterfeldtstraße im Bezirk Schöneberg. Plakate warben für den „Rias auf Draht“. Direktor und Kontrolleur war William F. „Bill“ Heimlich. Er war Geheimdienstoffizier, hatte als Student bei der Radiostation der Ohio State University gearbeitet und empfahl sich so für diese propagandistisch wichtige Aufgabe. Heimlich nahm den DRK-Suchdienst ins Programm. Zehntausende saßen an den Rundfunkempfängern, als zum ersten Mal die Ansage der „Freien Stimme der freien Welt“ erklang: „Hier meldet sich der Suchdienst des RIAS Berlin.“ Langsam, zum Mitschreiben, verlas der Sprecher eine Vermisstenmeldung nach der anderen. Hinter den kargen Sätzen verbargen sich leidvolle Schicksale: „Gesucht wird Rosemarie Krämer von ihrem Bruder, sie wurde zum letzten Mal in der Swinemünder Färberstraße gesehen.“ „Gesucht wird Helene Müller aus Rastenburg in Ostpreußen. Wer weiß, wo sie sich jetzt befindet?“ „Gesucht werden Mutter und Geschwister von Hans Neumann, Königsberg in Ostpreußen. Sie haben sich während des Evakuierungstrecks verloren.“

Der Sender strahlte auch in den Ostsektor aus. 1949 verbot die DDR ihren Bürgern das Hören der „Propagandasendungen des politischen Gegners“. Der RIAS und die von den Briten in Hamburg gegründete Rundfunkstation („Here is Radio Hamburg“), später der Nordwestdeutsche Rundfunk mit seinem Generaldirektor Adolf Grimme, blieben die wichtigsten Instrumente bei der Suche nach Verschollenen. Der RIAS strahlte 15 Jahre lang in 2292 Sendungen Suchmeldungen aus. Rund 7000 Personen konnten gefunden werden.

Das 1950 neu gegründete Deutsche Rote Kreuz übertrug Wagner die Leitung seines Suchdienstes. Mit Fotosammlungen, Plakaten mit den Bildern vermisster Kinder und in den Medien wurde die Ermittlung perfektioniert. Die Zeitungen der Landsmannschaften druckten seitenweise Suchmeldungen ihrer Leser ab. Das Schick­sal von mehr als 17 Millionen Menschen konnte so geklärt werden.

Abgesehen von diesen Verdiensten um die Suche nach Vermiss­ten entwickelte sich Schelsky in der Nachkriegszeit zu einem der bekanntesten und bedeutendsten Soziologen der Bundesrepublik. Der konservative Denker setzte sich kritisch mit der 1968er Generation und linksorientierten Ideologen auseinander und wurde deshalb heftig angefeindet. Seine Verdienste um die Vertriebenen kennt kaum jemand.    Klaus J. Groth

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